Bildungsprogramm

Wohnen von morgen - neues Leben oder alter Wein in neuen Schläuchen?

Trennung der Leistungen - fachliche und strukturelle Auswirkungen und Anforderungen

Mit dem BTHG ist - neben der Abkehr von der Angebots- hin zu einer Bedarfsorientierung - die weitgehende Aufhebung der Trennung zwischen stationären und ambulanten Angeboten verbunden. Damit ändert sich auch die Finanzierung. Zudem sollen unabhängige Teilhabeberatung und Gesamtplanverfahren - beide gesetzlich vorgegeben - dazu beitragen, die Orientierung der Leistungen an den bestehenden Angeboten abzulösen. Das Motto soll nicht länger lauten: "Welche Angebote in der Region passen (noch) am besten?" Gelten wird zukünftig: "Was braucht der Mensch?"

Unabhängig von den gesetzlichen Änderungen wandeln sich die Wünsche und Vorstellungen von Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen vielfach grundlegend. Im Hinblick auf das Wohnen führt dies dazu, dass (ehemals) stationäre Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung häufig nicht mehr erste Wahl sind. Daraus ergeben sich u. a. diese Fragen:
+Wie können sich Wohnanbieter konzeptionell auf neue Herausforderungen und Ausgangslagen einstellen?
+Welche strukturellen (z. B. Appartementwohnen) und vertraglichen (Miet- und Betreuungsvertrag statt Heimvertrag) Anpassungen sind erforderlich?
+Welche Konzepte ermöglichen es, sich am Bedarf zu orientieren und bestehende Einrichtungen gleichwohl im Betrieb zu sichern?
+Welche veränderten Vorgaben/Rahmenbedingungen der Kostenträger sind dabei zu berücksichtigen?