Bildungsprogramm
Bedarfsermittlung und Partizipation in der Eingliederungshilfe
Bedarfe fachlich begründen, Teilhabe personenzentriert planen und Menschen mit eingeschränkter oder nonverbaler Kommunikation beteiligen
Wie lassen sich individuelle Bedarfe in der Eingliederungshilfe fachlich nachvollziehbar begründen und dokumentieren? Wie gelingt echte Partizipation - auch bei Menschen mit eingeschränkter oder nonverbaler Kommunikation?
Das dreitägige Praxisseminar verbindet drei zentrale Aufgaben moderner Eingliederungshilfe: personenzentrierte Bedarfsermittlung und fachliche Dokumentation, die konkrete Umsetzung von Selbstbestimmung und Partizipation sowie eine verlässliche Teilhabeplanung bei komplexen Unterstützungsbedarfen.
Die Teilnehmenden arbeiten mit praxisnahen Impulsen, Übungen und eigenen Fallbeispielen. Sie entwickeln mehr Sicherheit für Assistenz, Dokumentation und Teilhabeplanung und lernen Methoden kennen, mit denen Wünsche, Ziele und Unterstützungsbedarfe auch bei eingeschränkter Kommunikation wahrgenommen und einbezogen werden können.
Inhalte
- Tag: Bedarfe personenzentriert begründen und dokumentieren
- Perspektivwechsel durch das BTHG: Personenzentrierung und Teilhabe
- Beobachtungen fachlich und transparent formulieren
- Teilhabeziele von Betreuungsaufwand unterscheiden
- Praxiswerkstatt: Fallbeispiele aus der Eingliederungshilfe analysieren
- Tag: Partizipation als Haltung und Praxis
- Stufen der Partizipation und echte Mitentscheidung
- Haltung und professionelles Rollenverständnis
- Methoden für Beteiligung im Alltag
- Macht, Machtkritik und Selbstbestimmung
- Tag: Bedarfsermittlung bei eingeschränkter Kommunikation
- Verhalten als Ausdruck und Form von Kommunikation verstehen
- Unterstützte Kommunikation in der Bedarfsermittlung einsetzen
- Stellvertretung zwischen Schutzauftrag und Selbstbestimmung reflektieren
- Ergebnisse zusammenführen und in die Praxis übertragen
Zielgruppe
Fach- und Assistenzkräfte in der Eingliederungshilfe aus Wohn- und Arbeitsbereichen, insbesondere Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Tagesstätten, Tagesförderstätten, besonderen Wohnformen und dem ambulant betreuten Wohnen. Angesprochen sind außerdem Gruppenleitungen, Mitarbeitende des Sozialen bzw. Begleitenden Dienstes sowie Praxisanleitende.
Methoden
Systemische Impulse, interaktive Kleingruppenarbeit, kollegiale Fallberatung, Übungen zur fachlichen Dokumentation und Bedarfsbegründung, Reflexion eigener Praxisfälle sowie lösungsorientierte Selbstreflexion
Ihr Nutzen der Fortbildung
Die Teilnehmenden ...
- übersetzen Beobachtungen aus dem Alltag in fachlich nachvollziehbare Bedarfsbegründungen und eine personenzentrierte Dokumentation.
- reflektieren ihre Rolle im Spannungsfeld von Macht, Schutzauftrag, Selbstbestimmung und echter Partizipation.. nutzen Methoden zur Bedarfsermittlung bei Menschen mit komplexen Unterstützungsbedarfen sowie eingeschränkter oder nonverbaler Kommunikation.
- gewinnen Handlungssicherheit im Umgang mit Stellvertreter-Dilemmata und übertragen die Erkenntnisse in ihre berufliche Praxis.
Seminarzeiten
- Seminartag: 10:00 Uhr - 17:15 Uhr
- Seminartag: 09:00 Uhr - 16:15 Uhr
- Seminartag: 09:00 Uhr - 16:15 Uhr