Fortbildungsangebote

Zwei Frauen im Gespräch, eine lächelt höflich, in einem Büro mit Unterlagen im…

Das Messie-Syndrom bei Menschen mit Unterstützungsbedarf

Zwischen Selbstbestimmung, Überforderung und professioneller Unterstützung

Wie viel Ordnung und Sauberkeit sind notwendig – und wer entscheidet darüber? In besonderen Wohnformen und im ambulant unterstützten Wohnen treffen die Vorstellungen der begleiteten Menschen und der Mitarbeitenden immer wieder aufeinander. Was für die einen Ausdruck selbstbestimmter Lebensführung ist, wirkt auf andere wie Überforderung oder ein nicht mehr hinnehmbarer Zustand.

Die Fortbildung vermittelt ein vertieftes Verständnis des Messie-Syndroms bei Menschen mit Unterstützungsbedarf. Gemeinsam betrachten die Teilnehmenden mögliche Ursachen und Erklärungsmodelle, entwicklungspsychologische Aspekte sowie die Bedeutung von Selbstbestimmung und professioneller Verantwortung. Anhand von Fallbeispielen entwickeln sie angemessene und alltagstaugliche Unterstützungsmöglichkeiten, ohne vorschnell zu bevormunden.

 

Inhalte

  • Das Messie-Syndrom: Merkmale, Ursachen und Erklärungsmodelle
  • Persönlichkeitsentwicklung und Persönlichkeitsanalyse
  • Die Bedeutung der geistigen Behinderung und entwicklungspsychologischer Aspekte
  • Selbstbestimmung und professionelle Verantwortung
  • Überforderung und kompensatorische Ausdrucksformen
  • Professioneller Umgang mit Messieverhalten
  • Ordnung zwischen Zwang und Ausdruck innerer Organisation
  • Fallarbeit anhand von Praxisbeispielen der Teilnehmenden

 

Zielgruppe

Fachkräfte und Mitarbeitende in besonderen Wohnformen und ambulant unterstützten Wohnangeboten der Eingliederungshilfe

 

Methoden

Fachinput, Reflexion, Austausch und praxisorientierte Fallarbeit. Die Teilnehmenden sind eingeladen, anonymisierte Informationen zu eigenen Fallbeispielen vorzubereiten, zum Beispiel zur aktuellen Lebenssituation, Biografie, Familiengeschichte und bisherigen Entwicklung des Verhaltens.

 

Ihr Nutzen der Fortbildung

Sie können Messieverhalten fachlich besser einordnen und mögliche Ursachen sowie individuelle Funktionen verstehen. Sie reflektieren das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung, Fürsorge und professioneller Verantwortung und entwickeln konkrete, respektvolle Handlungsmöglichkeiten für Ihre Praxis.

 

Seminarzeiten

1. Seminartag: 10:00 Uhr – 17:15 Uhr,
2. Seminartag: 09:00 Uhr – 16:15 Uhr